Mitarbeitermotivation steigern
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Motivation der Mitarbeiter ein zentraler Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen ist. Denn von der Motivation und dem Engagement der Mitarbeiter hängen die Produktivität, die Qualität der Arbeit und damit letztlich der Unternehmenserfolg entscheidend ab.
Wie steht es in der heimischen Wirtschaft um die Motivation der Mitarbeiter?
Die Fakten sprechen für sich.
- Geben Sie regelmäßig Lob und Anerkennung
- Priorisieren sie strukturierete Feedbackgespräche
- Kommunizieren Sie offen und binden Sie Mitarbeiter ein
- Ermöglichen Sie Weiterbildungen und bauen sie Stärken aus
- Übertragen Sie Verantwortung und Aufgaben
- Feiern Sie gemeinsam Erfolge
- Schaffen Sie eine positive Arbeitsumgebung und Unternehmenskultur
- Bieten Sie leistungsgerechte Vergütung und Benefits
- Ermöglichen Sie Flexibilität bei Arbeitszeit und -ort
- Führen Sie regelmäßig Mitarbeiterbefragungen durch
- Vorbild sein
- Klare und realistische Ziele setzten
- New Work und agile Führung
1. Geben Sie regelmäßig Lob und Anerkennung
Jeder Mensch wünscht sich Anerkennung für gute Arbeit.
Sie ist einer der wichtigsten Faktoren für die Motivation der Mitarbeiter*innen. Loben Sie daher zeitnah konkrete Erfolge und Leistungen.
Wichtig: Vermeiden Sie Verallgemeinerungen wie „das haben Sie gut gemacht“ oder „das passt…“.
Achten Sie besonders darauf, dass jedes vereinbarte Teilziel besprochen und die positiven Aspekte konkret angesprochen werden.
Beispiel für ein gutes Lob und Anerkennung
„Frau Müller, vielen Dank für die termingerechte Abgabe der Kalkulation. Besonders gut gefällt uns die grafische Darstellung der Zahlen und die einfache Handhabung der Tabelle“.
Beispiel für schlechtes Lob und Anerkennung
„Frau Müller, ich wollte Ihnen schon vor drei Wochen sagen, dass mir Ihre Tabelle gut gefallen hat.“
Übung für mehr Lob und Anerkennung am Arbeitsplatz
Eine kleine, aber wichtige Übung, die ich mit meinen Klienten durchführe, um Lob und Anerkennung besser ausdrücken zu können, ist sehr wirkungsvoll:
- Trainieren Sie Ihre Wahrnehmung, indem Sie sich bewusst machen, was Ihnen an anderen Menschen gefällt.
- Üben Sie zunächst im kleinen Kreis, Komplimente zu machen. Das können äußerliche Komplimente sein, z. B. „Das ist eine sehr schöne Uhr!“, oder ein positiver Ausdruck der inneren Gefühlswelt aufgrund des Verhaltens, z. B. „Herr Müller, ich freue mich, dass Sie immer pünktlich zu unseren Besprechungen kommen.
Wenn sie sich bereit fühlen, beginnen sie aktiv und gezielt, ihren Mitarbeitern Lob und Anerkennung auszusprechen. Wichtig ist, dass sie es ernst meinen und nicht nur so tun. Lob und Anerkennung sind umso wirksamer, je besser sie die Kunst der wertschätzenden Kommunikation beherrschen.
Sie möchten Ihre Fähigkeiten in diesem Bereich vertiefen und verbessern? Hier finden Sie einen Überblick über die wertschätzende Kommunikation im Kontext der 14 wichtigsten Führungsinstrumente.
2. Priorisieren sie strukturierete Feedbackgespräche
Regelmäßiges Feedback ist ein zentraler Motivationsfaktor für Mitarbeiter. Strukturierte Feedbackgespräche bieten eine gute Möglichkeit, diesem Bedürfnis gerecht zu werden.
In einem gut vorbereiteten Feedbackgespräch kann die Führungskraft gezielt und individuell auf den Mitarbeiter und seine Stärken eingehen, diese hervorheben und Verbesserungspotenziale aufzeigen. Wichtig sind eine wertschätzende Atmosphäre und eine ausgewogene Mischung aus Lob und konstruktiver Kritik.
Positives Beispiel:
Frau Meier lädt Herrn Müller vierteljährlich zu einem Feedbackgespräch ein. Sie bereitet sich gut vor und lobt zunächst seine gute Arbeit und sein Engagement. Dann spricht sie ruhig einige Verbesserungsmöglichkeiten an, z.B. die Einhaltung von Terminen. Herr Müller fühlt sich wertgeschätzt und weiß, woran er noch arbeiten kann.
Ein negatives Beispiel wäre, wenn Herr Schulze Herrn Maier einfach so kritisiert, ohne die Kritik konstruktiv zu verpacken. Herr Maier fühlt sich bloßgestellt und in seiner Motivation gebremst.
So beherrschen sie den Motivationshebel Strukturierte Feedbackgespräche
Um strukturierte Feedbackgespräche einzuführen, sollten Führungskräfte Feedbackregeln definieren, Zeitfenster festlegen und eine vorbereitende Checkliste erstellen. In unserem Coachings und Trainings können sie lernen, Feedback effektiv und wertschätzend zu geben.
Meiner Erfahrung nach macht die Vorbereitung 90% des Erfolgs eines Feedbackgesprächs aus.
Eine weitere wichtige Komponente ist es, die eigene emotionale Kompetenz zu trainieren und eine gute Gesprächsführung aus dem FF heraus zu beherrschen.
Zusammenfassend haben sie folgende Punkte für den Einsatz eines gut strukturierten Feedbackgesprächs als Motivationsinstrument im Blick:
- Feedbackregeln definieren
- Zeitfenster festlegen
- Vorbereitende Checkliste erstellen
- Effektives und wertschätzendes Feedback geben
- Emotionale Kompetenz trainieren
- Gute Gesprächsführung beherrschen
- 90% des Erfolgs durch Vorbereitung
- Feedbackgespräch gut strukturieren
3. Kommunizieren Sie offen und binden Sie Mitarbeiter ein
Erfolgreiche Mitarbeitermotivation kann durch Informationssymmetrie gefördert werden.
Informieren Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Entwicklungen und beziehen Sie sie in Entscheidungen ein. Fragen Sie sie nach ihrer Meinung und nehmen Sie ihre Ideen ernst. Pflegen Sie einen offenen Dialog auf Augenhöhe.
Wenn Sie im mittleren Management tätig sind, berichten Sie über wichtige Angelegenheiten in und aus dem Führungskreis. Sorgen Sie als Führungskraft für eine transparente Kommunikation der Ziele, der Zielverfehlungen und der damit verbundenen wichtigsten KPIs.
Beispiel für eine gute und offene Kommunikation
In einem Unternehmen, in dem ich in meinem früheren Beruf als Unternehmenssanierer gearbeitet habe, hing in den Büros und in der Produktion eine große Tafel. In den Büros wurde auf einem Bildschirm über die aktuellen Zahlen berichtet, z.B. wie der Vertrieb läuft, welche Neukunden gewonnen wurden, wie sich der Umsatz entwickelt, welche Deckungsbeiträge erzielt wurden, etc.
Auch in der Produktion gab es einen großen Bildschirm, auf dem die Durchlaufzeiten pro Produktionslinie oder Themen aus dem Qualitätsmanagement (QM) und dem Kontinuierlichen Verbesserungssystem (KVS) angezeigt wurden.
Neben der digitalen Informationstransparenz gab es regelmäßige Update-Runden in den einzelnen Fachabteilungen und auf Managementebene. Jeder konnte daran teilnehmen, was von den Mitarbeitenden sehr geschätzt wurde.
Tipps, um transparent zu kommunizieren und die Motivation der Mitarbeiter zu steigern
Informationen können mündlich oder digital übermittelt werden. Achten Sie bei den folgenden Tipps darauf, welcher Stil am besten zur Unternehmenskultur passt.
Hier sind die Tipps:
- Führen Sie ein Berichtswesen ein, das nicht nur von den Mitarbeitern an das Management geht, sondern an alle Mitarbeiter. Wichtig ist, dass es für die Abteilung relevant ist. Sie können das per E-Mail machen, aber die Erfahrung zeigt, dass es am besten über einen Bildschirm an einer prominenten Stelle funktioniert.
- Führen Sie offene Jour Fixes ein. Sie können diese auch Sprechstunden nennen und für alle offen halten.
- Berichten Sie regelmäßig über den Fortschritt. Die Mitarbeiter wollen wissen, was passiert und welche Fortschritte gemacht werden.
Je besser diese Punkte umgesetzt werden, desto mehr fühlen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Teil des Unternehmens und können dadurch nachhaltig motiviert werden.
4. Ermöglichen Sie Weiterbildungen und bauen Sie Stärken aus
Jeder Mensch hat das Bedürfnis, sich weiterzuentwickeln.
Bieten Sie Weiterbildungsmöglichkeiten an und fördern Sie die persönliche Entwicklung Ihrer Mitarbeiter. Idealerweise integrieren Sie die Weiterbildungsmöglichkeiten in Teambuilding-Maßnahmen. Wichtig ist, dass Sie individuelle Lösungen für Ihre Mitarbeiter anbieten, d.h. Dinge, die für den Einzelnen wichtig sind und dem Unternehmen einen Nutzen bringen.
Ein Beispiel aus meinem eigenen Leben:
Während meiner Tätigkeit in der Bank war es mir wichtig, meine Fachkompetenz zu erweitern. In einem strukturierten Prozess konnte ich diese Schritt für Schritt ausbauen und sogar einen CFA (Chartered Financial Analyst) machen.
Einige Jahre später wollte ich mehr über Führung lernen und mich von der Fachkompetenz (in diesem Fall die kaufmännische Sanierung von Unternehmen) weiterentwickeln. Ich erhielt eine der besten Ausbildungen, die ich je hatte.
Michael Katzmann
Beide Erfahrungen haben mich sehr motiviert, da meine damaligen Vorgesetzten auf meine Entwicklungsbedürfnisse eingegangen sind und diese gefördert haben. Im Gegenzug erhielten meine Arbeitgeber einen überdurchschnittlich motivierten und engagierten Mitarbeiter, der alle Aufgaben mit Freude erledigte und das neue Wissen in das Unternehmen integrierte.
Weiterbildungsmöglichkeiten zur Steigerung der Mitarbeitermotivation
Bitte achten Sie darauf, dass Sie bei der Weiterbildung zur Steigerung der Mitarbeitermotivation auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter eingehen.
Dazu eignen sich folgende Maßnahmen:
- Interne und externe Seminare und Trainings
- Mentoring-Programme
- Teambuildingmaßnahmen
- Strukturierter Mitarbeiteraustausch
- Interne Initiativen
Wir beraten Sie gerne zu diesem Thema. Hier können Sie mit uns Kontakt aufnehmen.
5. Übertragen Sie Verantwortung und schaffen Sie Freiräume durch Delegation
Eines der besten Führungsinstrumente, um die Motivation der Mitarbeiter zu steigern, ist das Delegieren von Aufgaben.
Man mag es kaum glauben, aber nur wenigen Führungskräften gelingt dies gut. Delegieren Sie stückweise interessante Aufgaben und Projekte an Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Geben Sie ihnen Gestaltungsfreiheit und Entscheidungskompetenz innerhalb vereinbarter Grenzen. Wichtig ist, dass Sie als Chef*in ihnen auch die Ressourcen zur Verfügung stellen, um die Aufgabe zu meistern.
Beispiel für erfolgreiche Mitarbeitermotivation durch Delegation
Der Klient eines Trainerkollegen hat ein beachtliches Unternehmen im Immobiliensektor aufgebaut.
Er stieß jedoch an seine Grenzen und war für seine Mitarbeiter rund um die Uhr erreichbar. Dieses Schema wird oft gelebt, damit sich
- der/die Unternehmerin gebraucht und/oder wichtig fühlt und
- andererseits, damit die Mitarbeiter sicher sein können, nichts falsch zu machen.
Dies behindert jedoch nicht nur das Wachstum des Unternehmens, sondern ist oft auch demotivierend für die Mitarbeiter*innen. Nach dem Führungskräftetraining delegierte der Unternehmer Stück für Stück alle Aufgaben, so dass er nach knapp neun Monaten beruhigt in einen fünfwöchigen Urlaub fahren konnte.
Folgende erste Schritte können unternommen werden, um mehr Freiräume für sich und seine Mitarbeiter zu schaffen:
- Überlegen Sie sich genau, welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten Sie delegieren wollen.
- Finden Sie eine*n Mitarbeiter*in, die / der Entwicklungspotenzial hat und führen Sie ein strukturiertes Motivationsgespräch.
- Übertragen Sie der Person zuerst kleine Aufgaben und dann Verantwortung. Stellen Sie die notwendigen Ressourcen zur Verfügung, damit die Aufgaben erledigt werden können.
- Führen Sie zu Beginn enge Feedbackrunden ein. Hier ist es wichtig, die Führungsinstrumente Motivationsgespräch und Tadelgespräch zu kennen.
Nicht umsonst zählt Delegieren zu den 14 wichtigsten Führungsinstrumenten. Es braucht etwas Übung und Training. Der Lohn sind motivierte Mitarbeiter und mehr Zeit, um sich auf geschäftskritische Prozesse zu konzentrieren.
6. Feiern Sie gemeinsam Erfolge
Als ehemalige Führungskraft in verschiedenen Unternehmen weiß ich aus eigener Erfahrung: Wenn das Team einen Meilenstein erreicht hat, muss gefeiert werden!
Nach dem Abschluss großer Projekte habe ich beispielsweise mit meiner Abteilung einen Tagesausflug unternommen. Solche Aktivitäten sind enorm wichtig für die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sehen konkret, dass sich ihr Einsatz gelohnt hat.
Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein lernt man sich auch einmal von einer anderen Seite kennen. Das stärkt den Zusammenhalt im Team und dient gleichzeitig dem Teambuilding. Zudem kehren die Mitarbeitenden hoch motiviert und voller Energie an ihren Arbeitsplatz zurück.
Leider stelle ich als Coach für Führungskräfte immer wieder fest, dass in vielen Unternehmen Erfolge nicht gefeiert werden. Nach Projektende geht es ohne Anerkennung gleich weiter ins nächste Hamsterrad. Kein Wunder, dass sich die Mitarbeitenden nicht wertgeschätzt fühlen und demotiviert sind.
Deshalb rate ich Führungskräften: Schaffen Sie Rituale, um Meilensteine zu feiern! Das muss nicht immer ein großes Fest sein. Ein gemeinsames Essen oder ein schöner Ausflug tun es auch. Hauptsache, Sie wecken positive Emotionen im Team. Probieren Sie es aus – Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden es Ihnen danken!
7. Schaffen Sie eine positive Arbeitsumgebung und Unternehmenskultur
Über eine wertschätzende Unternehmenskultur und ein gutes Betriebsklima wurden ganze Bücher geschrieben und wissenschaftliche Studien durchgeführt. Nicht umsonst gilt dieses Thema als wichtiger Faktor für die Mitarbeitermotivation. Wenn man gerne zur Arbeit kommt, wirkt sich das positiv auf das Engagement und die Leistungsbereitschaft aus.
Ein positives Beispiel ist ein Unternehmen mit flachen Hierarchien und einem kooperativen Führungsstil. Die Mitarbeitenden können sich einbringen und werden mit Respekt behandelt. Die Stimmung im Team ist gut. Dies fördert die emotionale Bindung an das Unternehmen.
Im negativen Fall herrscht ein rauer Umgangston, es gibt viele Konflikte und wenig Wertschätzung untereinander. Die Mitarbeitenden fühlen sich nicht wohl und ihre Motivation leidet.
Um ein positives Umfeld zu schaffen, sollten Führungskräfte durch ihr eigenes Verhalten eine Kultur des Respekts und der Wertschätzung vorleben. Führen durch Vorbild ist meiner Erfahrung nach einer der besten Garanten für ein begeistertes Team.
8. Bieten Sie leistungsgerechte Vergütung und Benefits
Eine gerechte, leistungsorientierte Entlohnung und Zusatzleistungen sind wichtige und meist wesentliche Motivationsfaktoren. Neben der intrinsischen Motivation (siehe vorherige Tipps) spielt auch die extrinsische Motivation durch leistungsgerechte Entlohnung und Zusatzleistungen eine wichtige Rolle für die Zufriedenheit und Motivation der Beschäftigten.
Wer gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig binden will, muss ein angemessenes, wettbewerbsfähiges Gehalt zahlen. Die Entlohnung sollte sich am Markt, aber auch an der individuellen Leistung und Tätigkeit orientieren.
Neben einer fairen Entlohnung können Zusatzleistungen wie
- Firmenwagen,
- Weiterbildungsbudget,
- Zuschüsse zur Altersvorsorge (Betriebsrente!),
- Zuschüsse zu sportlichen Aktivitäten,
- Zuschüsse zu öffentlichen Verkehrsmitteln
die Motivation der Angestellten nachhaltig steigern.
Bonus- oder Prämiensysteme verknüpfen die Entlohnung mit messbaren Leistungsparametern. Jedes Teammitglied sollte wissen, wie es zu einer Gehaltserhöhung kommen kann, um die Mitarbeiter zu motivieren.
Umgekehrt wirkt es demotivierend, wenn die Bezahlung nicht der erbrachten Leistung entspricht. Ungerechtfertigte Lohnunterschiede fördern Neid und Konkurrenz. Wundern Sie sich also nicht, wenn ein Mitarbeiter keine Freude an seiner Arbeit hat, weil er nicht leistungsgerecht entlohnt wird. Überprüfen Sie daher regelmäßig, ob Ihre Vergütungsmodelle noch markt- und leistungsgerecht sind.
Eine leistungsgerechte und sozial ausgewogene Entlohnung ist ein wichtiger Motivationshebel. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen eine faire Gegenleistung für ihre Arbeit sehen. Nur dann erbringen sie dauerhaft Höchstleistungen.
9. Ermöglichen Sie Flexibilität bei Arbeitszeit und -ort
Die Möglichkeit, von zu Hause oder mobil zu arbeiten, ist für viele Beschäftigte ein wichtiger Motivationsfaktor. Das zeigen verschiedene Studien deutlich.
Laut einer Umfrage des Bayerischen Forschungsinstituts für digitale Transformation ist Homeoffice für 72 Prozent der Befragten ein wichtiges Kriterium bei der Jobwahl. Kein Wunder, denn vor Corona arbeiteten nur vier Prozent der Beschäftigten regelmäßig von zu Hause aus.
Eine weitere Studie der Hans-Böckler Stiftung zeigt, wünschen sich heute 55 Prozent der Befragten zumindest gelegentliches Homeoffice wünschen. 11 Prozent wollen mindestens einmal pro Woche von zu Hause aus arbeiten. Die Zukunft ist hybrid!
Die Möglichkeit, von zu Hause aus oder mobil zu arbeiten, ist für viele Beschäftigte ein starker Motivationsfaktor. Doch wie finden Unternehmen heraus, bei wem Telearbeit die Motivation steigert?
Ein erster Schritt kann eine anonyme Unternehmensbefragung sein. Hier können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angeben, ob und in welchem Umfang sie sich Telearbeit wünschen.
Auf Basis der Umfrageergebnisse werden dann in einem Workshop mit Führungskräften und Betriebsrat die Möglichkeiten und Grenzen mobiler Arbeit im Unternehmen diskutiert. Dabei gilt es, die Wünsche der Beschäftigten mit den betrieblichen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen.
Im nächsten Schritt werden auf Basis der Workshop-Ergebnisse Richtlinien für mobiles Arbeiten im Unternehmen erarbeitet. Diese legen fest, für welche Tätigkeiten und in welchem Umfang Homeoffice grundsätzlich möglich ist.
Anschließend führt die Führungskraft mit jedem Teammitglied ein Gespräch. Hier wird geklärt, ob die Tätigkeit für mobiles Arbeiten geeignet ist und welcher Umfang gewünscht wird. Gemeinsam wird eine Lösung gefunden.
Die Schritte sind hier noch einmal für Sie zusammengefasst:
- Anonyme Unternehmensbefragung durchführen, um Bedarf zu ermitteln
- Workshop mit Führungskräften und Betriebsrat, um Möglichkeiten und Grenzen zu diskutieren
- Richtlinien für mobiles Arbeiten auf Basis des Workshops erarbeiten
- In den Richtlinien festlegen, für welche Tätigkeiten und in welchem Umfang Homeoffice möglich ist
- Persönliche Gespräche der Führungskraft mit jedem Teammitglied führen
- Im Gespräch Eignung der Tätigkeit und gewünschter Umfang klären
- Gemeinsam mit dem Mitarbeiter eine Lösung finden
Dieses schrittweise Vorgehen ermöglicht es, herauszufinden, welches Maß an Flexibilität für den einzelnen Mitarbeiter am motivierendsten ist – und dieses dann gezielt zu ermöglichen.
10. Führen Sie regelmäßig Mitarbeiterbefragungen durch
Wer gefragt wird, fühlt sich ernst genommen und anerkannt. Jeder Mensch hat das Bedürfnis, Einfluss auf seine Umwelt zu nehmen. Schon deshalb macht es Sinn, die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu messen.
Wenn die Ergebnisse dann noch ernst genommen, mit den Mitarbeitern besprochen und energisch angegangen werden, ist das ein mächtiges Motivationsinstrument für sich.
Voraussetzung ist, dass Ihre Kolleginnen und Kollegen dies zum ersten Mal mit Ihnen machen oder wissen, dass Sie das Feedback der Beschäftigten ernst nehmen.
Wenn Sie bereits Befragungen durchgeführt haben, die Vorschläge aber nicht aufgegriffen wurden oder im Sande verlaufen sind, muss zunächst Vertrauensarbeit geleistet werden, um dieses Instrument zur Mitarbeitermotivation nutzen zu können.
Die Mitarbeiterbefragung kann, wenn gut genutzt, eine Mischung aus extrinsischer und intrinsischer Motivation sein. Die intrinsische Mitarbeitermotivation entsteht durch die Befragung an sich und die Möglichkeit, dass sich eine Person wertgeschätzt und gesehen fühlt. Sie kann Einfluss nehmen und erhält „Macht“, die sie sonst nicht hat.
Extrinsische Motivation entsteht, wenn Befragungen im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses durchgeführt werden. So können Prämien und andere Vergünstigungen angeboten werden, um die Mitarbeitermotivation zu steigern.
Weitere Vorteile, wenn Sie sich für das Instrument der Mitarbeiterbefragung entscheiden:
- Regelmäßig durchgeführte Befragungen zeigen Veränderungen und Trends in der Belegschaft.
- Sie geben Aufschluss darüber, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert und was sie sich wünschen. Die Ergebnisse machen deutlich, in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht und sie erhalten mehr Klarheit.
Anonyme Online-Befragungen ermöglichen es jedem Mitarbeiter/jeder Mitarbeiterin, ehrlich seine Meinung zu äußern. Wichtig sind klare Fragestellungen und die Zusicherung, dass das Feedback ernst genommen wird. Anschließend sollten die Ergebnisse mit den Mitarbeitern konkret besprochen werden.
Ein negatives Beispiel aus meiner Coaching-Praxis: Eine Führungskraft leitete nach der Befragung keine Maßnahmen ein, obwohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter signalisierten, dass die Arbeitsbelastung zu hoch sei. Die Mitarbeitenden fühlten sich nicht ernst genommen, die Motivation sank weiter.
Führungskräfte müssen sich mit den Ergebnissen auseinandersetzen! Mitarbeiterbefragungen zeigen den Mitarbeitenden, dass ihre Meinung zählt. Werden aus den Ergebnissen konkrete Verbesserungen abgeleitet, kann die Motivation gesteigert werden. Regelmäßige Befragungen geben somit wertvolle Impulse für mehr Zufriedenheit.
Hier erfahren Sie mehr darüber, wie Sie die Mitarbeiterzufriedenheit aktiv messen und steigern können.
11. Seien Sie selbst ein motivierter Vorbild
Mein Ausbilder pflegte immer zu sagen: „Vorbild ist besser als Vorschrift“.
Und meine eigene Erfahrung hat diesen Satz immer wieder bestätigt. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitenden, dass Ihnen ihre Motivation wichtig ist. Interessieren Sie sich für die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und gehen Sie aktiv darauf ein. Seien Sie selbst motiviert und engagiert. Ihre eigene Motivation und Freude an der Arbeit wird sich auf Ihr Team übertragen.
Seien Sie auch Vorbild im Umgang mit Stress und in der Work-Life-Balance. Bringen Sie Ihre eigenen Erwartungen an die Work-Life-Balance in Einklang mit den Regeln, die Sie im Team aufgestellt haben.
Handeln Sie authentisch, führen Sie authentisch und seien Sie ein glaubwürdiger Motivator. Lippenbekenntnisse nützen nichts, wenn das eigene Handeln im Widerspruch dazu steht. Seien Sie ehrlich am Wohlergehen Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interessiert.
Als Führungskraft haben Sie einen prägenden Einfluss auf die Motivationskultur. Indem Sie selbst vorleben, was Sie von Ihren Mitarbeitenden erwarten, können Sie deren Motivation wirksam fördern. Seien Sie Vorbild!
12. Setzen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern klare und realistische Ziele.
Unklare Ziele in der internen Kommunikation sind oft ein Desaster für die Mitarbeitermotivation. Wenn nicht klar ist, welche Ziele im Unternehmen verfolgt werden, fühlen sich die Mitarbeiter oft verwirrt, was zu Lethargie, Unzufriedenheit und im schlimmsten fall dazu das Mitarbeiter kündigen.
Auf der Ebene der Geschäftsführung müssen die Unternehmensziele klar definiert werden. Das mittlere Management hat dann die Aufgabe, klare Zielvereinbarungsgespräche mit den Mitarbeitern zu führen. Das allein ist schon eine Kunst für sich und deshalb auch eines der 14 wichtigsten Führungsinstrumente, die jede*r Leader*in beherrschen sollte.
So nutzen sie das Zielvereinbarungsgespräch zur Mitarbeitermotivation
Das Zielvereinbarungsgespräch mit den Mitarbeitern ist eine der wichtigsten Führungskompetenzen, die sie beherrschen sollten.
Im nächsten Abschnitt gebe ich Ihnen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie das Instrument nicht nur für mehr Klarheit, sondern auch als Motivationsinstrument nutzen können.
- Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor, indem Sie die Leistung und das Potenzial des Mitarbeiters bewerten, die Unternehmensziele und die Abteilungsziele kennen, die SMART-Kriterien (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert) anwenden und mögliche Fragen oder Einwände vorbereiten.
- Laden Sie den Mitarbeiter rechtzeitig und schriftlich zu dem Gespräch ein. Geben Sie den Zweck, den Zeitpunkt, den Ort und die Dauer des Gesprächs an. Bitten Sie den Mitarbeiter, sich ebenfalls auf das Gespräch vorzubereiten und eigene Ziele zu formulieren. Zeigen sie, dass sie Ihnen das Gespräch wichtig ist.
- Führen Sie das Gespräch in einer ruhigen und störungsfreien Umgebung. Beginnen Sie mit einer positiven Begrüßung und einem kurzen Rückblick auf die bisherige Zusammenarbeit. Erklären Sie das Ziel und den Ablauf des Gesprächs.
- Hören Sie dem Mitarbeiter aktiv zu und fragen Sie nach seinen Erwartungen, Wünschen und Bedürfnissen. Geben Sie ihm konstruktives Feedback zu seinen Stärken und Schwächen. Achten Sie auf eine wertschätzende und respektvolle Kommunikation.
- Vereinbaren Sie gemeinsam mit dem Mitarbeiter konkrete, messbare, attraktive, realistische und terminierte Ziele, die zu den Unternehmenszielen und den Abteilungszielen passen. Berücksichtigen Sie dabei die individuellen Fähigkeiten, Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten des Mitarbeiters.
- Legen Sie gemeinsam mit dem Mitarbeiter die notwendigen Maßnahmen zur Zielerreichung fest. Klären Sie, welche Ressourcen, Unterstützung oder Qualifizierung der Mitarbeiter benötigt. Vereinbaren Sie auch Zwischenziele und Kontrolltermine.
- Dokumentieren Sie die vereinbarten Ziele und Maßnahmen schriftlich in einem Zielvereinbarungsformular. Optional können sie das Formular vom Mitarbeiter unterschreiben lassen und eine Kopie mitgeben.
- Beenden Sie das Gespräch mit einer positiven Zusammenfassung und einem Dank an den Mitarbeiter für seine Mitwirkung. Bekräftigen Sie Ihr Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit und motivieren Sie ihn zur Zielerreichung.
13. Wagen sie was neues und führen elemente von New Work ein
New Work ist agile Führung sind schlagwörter die immer häufiger in der einschlägigen Fachpresse auftauchen.
New Work ist ein Konzept, das die traditionelle Art der Arbeit in Frage stellt und neue Formen der Zusammenarbeit, der Führung und der Sinnstiftung fördert. New Work basiert auf den Werten von Freiheit, Selbstverantwortung, Sinn, Entwicklung und sozialer Verantwortung. Diese Werte können die Mitarbeitermotivation steigern, indem sie den Mitarbeitern mehr Autonomie, Zufriedenheit, Loyalität und Engagement ermöglichen.
Agile Führungsmethoden sind eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung von New Work in den Unternehmen. Agile Führung bedeutet, dass die Führungskräfte nicht mehr als Befehlsgeber oder Kontrolleure agieren, sondern als Dienstleister oder Coaches für ihre Teams. Agile Führungskräfte unterstützen ihre Teams dabei, selbstorganisiert, kreativ und kundenorientiert zu arbeiten. Sie geben ihnen klare Ziele und Rahmenbedingungen vor, aber lassen ihnen auch genügend Spielraum für Experimente und Fehler. Sie fördern die Kommunikation, das Feedback und das Lernen im Team. Sie erkennen die Stärken und Potenziale ihrer Mitarbeiter an und bieten ihnen individuelle Entwicklungsmöglichkeiten.
Agile Führungsmethoden können die Mitarbeitermotivation steigern, indem sie den Mitarbeitern mehr Vertrauen, Respekt, Wertschätzung und Anerkennung entgegenbringen. Sie ermöglichen den Mitarbeitern, ihre eigenen Ideen einzubringen, ihre Arbeit selbst zu gestalten und ihre Leistung zu verbessern. Sie schaffen eine positive Arbeitsatmosphäre, in der die Mitarbeiter Spaß haben, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam Erfolge feiern.
New Work und agile Führungsmethoden sind also zwei Seiten derselben Medaille. Sie ergänzen sich gegenseitig und können die Mitarbeitermotivation nachhaltig erhöhen.
Fazit: Erfolgreiche Mitarbeitermotivation mit 13 konkreten Maßnahmen
Leider wird Mitarbeitermotivation in viel zu wenigen Unternehmen als wirksames Instrument eingesetzt. Spaß an der Arbeit muss nicht selten sein und ich hoffe, dass ich Ihnen heute ein paar Anregungen geben konnte, wie Sie das ändern können.
In diesem Beitrag werden 13 konkrete Maßnahmen vorgestellt, mit denen Führungskräfte die Motivation im Team gezielt und nachhaltig steigern können.
Zentral ist dabei eine ausgewogene Mischung aus intrinsischen Motivationsfaktoren wie Wertschätzung, Vertrauen, Entwicklungsmöglichkeiten und extrinsischen Faktoren wie leistungsgerechte Entlohnung.
Führungskräfte müssen individuell auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingehen, regelmäßig Feedback einholen und ihre Teams aktiv in Entscheidungen einbeziehen. Indem sie selbst als motiviertes Vorbild vorangehen, können sie eine inspirierende Arbeitsatmosphäre schaffen, die die Mitarbeitenden beflügelt.
Setzen Sie die vorgestellten Motivationstipps Schritt für Schritt um. Überprüfen Sie regelmäßig die Motivation Ihrer Teams, zum Beispiel durch Mitarbeiterbefragungen. Passen Sie Ihre Massnahmen entsprechend an.
Nur wenn Sie die Motivation Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich im Blick haben, können Sie das volle Potenzial Ihres Teams entfalten und Spitzenleistungen herauskitzeln. Die Investition lohnt sich – für Sie und für Ihr Unternehmen!
- Mitarbeitermotivation ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen, da sie sich auf Produktivität, Arbeitsqualität und Unternehmenserfolg auswirkt.
- Intrinsische und extrinsische Motivation müssen in einem ausgewogenem Verhältnis gefördert werden.
- Folgende 13 konkrete Maßnahmen zur Mitarbeitermotivation werden hier vorgestellt:
- Geben Sie regelmäßig Lob und Anerkennung
- Priorisieren sie strukturierete Feedbackgespräche
- Kommunizieren Sie offen und binden Sie Mitarbeiter ein
- Ermöglichen Sie Weiterbildungen und bauen sie Stärken aus
- Übertragen Sie Verantwortung und Aufgaben. Erfahren sie wie sie richtig delegieren
- Feiern Sie gemeinsam Erfolge
- Schaffen Sie eine positive Arbeitsumgebung und Unternehmenskultur
- Bieten Sie leistungsgerechte Vergütung und Benefits
- Ermöglichen Sie Flexibilität bei Arbeitszeit und -ort
- Führen Sie regelmäßig Mitarbeiterbefragungen durch
- Individuelle Ziele festlegen
-
Setzen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern klare und realistische Ziele
- Neues wagen und Elemente von New Work einführen
- Sie erhalten eine bewertung wie schnell sie die einzelnen Punkte integrieren können wie einfach diese zu integrieren sind.